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LIGNEO GmbH | Dani Ménard | Kirchgasse 3 | 8001 Zürich | www.ligneo.ch
+ 41 786047591 |
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Was ist ein Glitch ?

Der Glitch als Denkfigur für Architektur, Prozess und Moderation

Der Glitch als Einladung zum Perspektivenwechsel

Ein Glitch zeigt: Etwas stimmt nicht – und genau dadurch wird etwas sichtbar.
In einer Moderation kann das bedeuten:

  • Ein Detail passt nicht ins Gesamtbild
    → man wird aufmerksam.
  • Ein Plan hat eine irritierende Stelle
    → die Diskussion öffnet sich.
  • Eine Gruppe reagiert unerwartet
    → es entstehen neue Fragen.

Glitch = Störung, die Erkenntnis erzeugt.

Für mich als Moderator:
Glitches nutzen, um Gruppen sanft zu «wecken» und zu zeigen, wo ein Thema Reibung oder Mehrwert erzeugt.

Glitch als Frühwarnsystem in Wettbewerben

In Architekturprozessen tauchen oft Mini-Fehler oder Inkonsistenzen auf:

  • ein Raumprogramm widerspricht einer Nutzungslogik.
  • ein Volumen löst einen unerwarteten Schattenwurf aus.
  • eine Stakeholdergruppe denkt komplett anders.

Diese Abweichungen sind wertvoll, weil sie frühe Hinweise sind.

Glitches markieren Spannungs­felder, die später teuer werden, wenn man sie ignoriert.

Man kann sie als Moderationswerkzeug nutzen:

«Da flackert etwas. Lasst uns kurz verstehen, was die Störung uns sagen will.»

Glitch als kreativer Treiber

In der Gestaltung ist ein Glitch nicht nur Fehler, sondern  Ursprung von Innovation:

  • Eine Architektur, die nicht ganz «sauber» ist, kann spannender sein.
  • Ein Prozess, der ruckelt, zeigt die nötige Anpassung.
  • Ein Team, das stolpert, entdeckt neue Routinen.

«Der Glitch ist der Moment, in dem ein Projekt kurz aus der Fassung fällt – und genau darin seine nächste Idee findet.»

Der soziale Glitch: Menschen, die nicht ins Muster passen

In Jury- oder Fokusgruppen tauchen immer wieder ungewöhnliche Stimmen auf.
Sie sind keine Störung, sondern  Resonanzverstärker.

Beispiele:

  • eine scheue Person macht einen schräg-poetischen Kommentar.
  • ein Laie sagt etwas, das alle Profis vergessen haben.
  • ein Kind stellt die Frage, die alle umgehen.

Diese Glitches sind die Schlüssel zur Ganzheit.
Sie bringen Wärme, Humor, Menschlichkeit – und oft die beste Entscheidung.

Kommunikation & Glitch: das sichtbare Flackern

Im öffentlichen Diskurs (z. B. zu Hochhäusern, Arealentwicklung, Wettbewerben) ist ein Glitch oft die erste Irritation der Bevölkerung:

  • «Warum muss das so hoch sein?»
  • «Wieso wird nicht das alte Projekt weitergeführt?»
  • «Das fühlt sich falsch an.»

Das sind keine Widerstände – es sind Anknüpfungspunkte.
Man kann sie lesen wie Signale, die zeigen, welchen Teil der Story man noch klären muss.

Mein persönlicher Einsatz des Begriffs

«Wir haben hier einen kleinen Glitch. Nichts Dramatisches – eher ein Hinweis, dass das System uns etwas zuflüstert.»

oder

«Der Glitch ist die charmanteste Art des Projekts, uns zu sagen: Ich habe noch eine offene Frage.»

Anwendungsbeispiele

Prägnante Definition (für Präsentationen, Workshops, Unterlagen)

Glitch – Arbeitsdefinition

Ein Glitch ist eine kleine, unerwartete Abweichung in einem Prozess oder Entwurf, die sichtbar macht, wo ein System noch Fragen hat. Er ist kein Fehler im eigentlichen Sinn, sondern ein Hinweis: Hier liegt eine Spannung, ein Potenzial, ein nächster Gedanke. In Architektur- und Planungsprozessen markiert ein Glitch jene Stellen, an denen besondere Aufmerksamkeit lohnt – weil dort die entscheidende Erkenntnis wartet.

Poetische Version (für Juryprologe, Apéros, Auftakte)

Der Glitch ist der kurze Moment, in dem ein Projekt flackert.

Ein Detail zittert, ein Gedanke springt aus der Spur, ein Plan zeigt seine unsichere Stelle.
Und gerade dort, in dieser feinen Störung, blitzt die Möglichkeit auf:
So könnte es auch sein.

Glitches sind die kleinsten Mutproben eines Projekts. Sie fordern uns auf, genau hinzuschauen – nicht um den Fehler zu suchen, sondern das Potenzial dahinter zu erkennen.
Der Glitch ist die freundlichste Irritation, die ein Prozess uns schenken kann.

Mini-Glitch-Story (kurz, erzählbar, charmant-überfordert)

«In einer Jurierung neulich stolperte ein Plan plötzlich über sich selbst.
Eine Linie rutschte ein paar Millimeter aus dem Raster – ein kleiner Glitch.
Jemand fragte: «Ist das Absicht?»

Und plötzlich ging ein Raum auf.

Wir merkten: Dieser winzige Ausrutscher zeigte genau jene Stelle, über die niemand bisher gesprochen hatte – die heimliche Schwäche, aber auch die verborgene Chance des Entwurfs.

Seitdem habe ich eine Theorie:

«Wenn ein Projekt kurz ins Stolpern kommt, zeigt es uns seinen inneren Kompass.
Man muss nur mutig genug sein, dem Glitch zuzuhören.»

Mag gut sein, dass Sie den Begriff «Glitch» bisher nicht kannten. Oder mindestens nicht im aktiven Wortschatz hatten. Sind Sie aber wie ich ein Filmnerd, kennen Sie mit grosser Wahrscheinlichkeit die Matrixfilme der Wachowski-Geschwister. Im ersten Teil gibt’s diesen Moment, wo Neo mit der Crew eine Treppe hochläuft, alles ein bisschen düster, ein bisschen staubig, gefühlt kurz vor einem schlechten Entscheid. Plötzlich huscht eine schwarze Katze vorbei. Zwei Sekunden später: dieselbe Katze. Wieder exakt gleich. Neo sagt nur ein lässig – verunsichertes «Déjà-vu». Für alle anderen jedoch: Alarmstufe Rot. Der doppelte Katzenauftritt ist das perfekte Bild für einen Glitch: Nicht laut, nicht dramatisch, sondern eher ein kleiner Haker in der Realität. Etwas stimmt nicht ganz, aber man kann nicht sofort sagen, was. Und genau deshalb ist er so wirkungsvoll. Ein Glitch ist kein totaler Systemabsturz, sondern eine leise Störung im Muster – eine Wiederholung, die es nicht geben dürfte. Ein Hinweis, dass im Hintergrund jemand eben die Architektur der Welt neu zusammengesteckt hat. Oder anders gesagt: Wenn sich die Welt kurz räuspert, weil eine Zeile Code stolpert – dann läuft eben zweimal dieselbe Katze durchs Treppenhaus.